Bilsenkraut ist der Schlüssel zum Tor in die Anderswelt und wurde vor allem von Hexen (Flugsalbe), Schamanen und nordischen Seherinnen (Räuchern) genutzt, mit dem Ziel bewusstseinsverändernde, psycholytische Zustände zu erreichen und so die Weisheiten der Götter zu erfahren.

Im Mittelalter wurde Bier und Met mit Bilsenkraut vermischt, um so die Stimmung der Gäste zu erhöhen und deren Libido zu steigern. Ausserdem half es bei Stammeskämpfen die Berserkerwut zu steigern. Wegen der berauschenden, halluzinogenen Wirkung werden auch heute noch die Samen des Bilsenkrauts geraucht. Auf Grund der Giftigkeit ist davon allerdings abzuraten.

Bilsenkraut gehört zu den heiligen Pflanzen des Herakles. Er brachte die Pflanze aus der Unterwelt ans Tageslicht. Sie verkörpert damit die Plutokräfte, welcher der Herr der Unterwelt ist. So gesehen eine interessante Pflanze für die chaotischen, seelenlosen Zustände der Neuzeit. Gut möglich, dass Bilsenkraut bei neurologischen Krankheiten eine gute Alternative sein kann. Dafür fehlen jedoch Forschungsergebnisse.

Das Kraut wird hauptsächlich in homöopatischer Dosis verwendet oder verräuchert.

Leider ist Bilsenkraut heute stark gefährdet und in der Roten Liste geführt. Somit darf die Pflanze nicht frei geerntet werden.

Bilsenkraut

Therapeutische Informationen

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Das Bilsenkraut gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae).

Verwendet werden in potenzierter Form das Kraut (Hyoscyami folium), die Blätter (Hyoscyami herba) und die Samen (Hyoscyami semen).

Mögliche Inhaltsstoffe

  • Alkaloide (Hyoscyamin, Tropin, Scopolamin) – Stark giftig!
  • Gerbstoffe, Cumarine, Flavonoide (Rutin)

Anwendung und Wirkung

Achtung giftig – keine Selbstversuche!

GalenikBeschreibung
AnwendungsformRäuchern, Salben, Globuli & Tinkturen, Bäder
WirkungKrampflösend, narkotisierend, halluzinogen, beruhigend, schmerzstillend, harntreibend, blutreinigend, bronchospasmolystisch, schlaffördernd, parasympathiolytisch, bewusstseinserweiternd, antidiabetisch
IndikationHalluzination, Hysterie, Manie, Krämpfe, Schlaflosigkeit, Durchfall, Reizhusten, Nervosität, Unruhe, Stress, Schmerzmittel, Durchfall, Demenz, Schizophrenie, Zahnschmerzen, Knochenbrüche, Rheuma, Magenschmerzen, Neuralgien, Reisekrankheit, Gicht, Betäubungsmittel, Krebs, Erkältung
Besonderes: Candidamittel in der Kombination mit Brennnessel, Muskatnuss, Safran, Melisse und Fleischbrühe
NebenwirkungHautrötung, trockener Mund, Unruhe, Schläfrigkeit, Halluzinationen, Verwirrtheit, Herzrhythmusstörungen, Bewusstlosigkeit, Tod durch Atemlähmung (bei hoher Dosis)
KontraindikationSchwangerschaft, Stillen

Weitere Anwendungsbereiche, Spezielles

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  • Kreislaufregulation, niedriger Blutdruck (Cardiodoron®)
  • Diabetes Mellitus Typ2

Für das Räuchern

  • Hellsichtigkeit, Intuition
  • Asthma bronchiale, Husten, Asthma, Rheuma
  • Ritualpflanze für Trancezustände und Reisen in die Anderswelt, Aphrodisiaka
  • Nekromantie, Hexensalbe, Geisterbeschwörung, schamanisches Reisen, Okkultismus, Totenbeschwörung, Verzauberung

Naturphilosophie und Humoralmedizin

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Seit jeher wird das Bilsenkraut für magische und okkulte Rituale benutzt. Die Liste möglicher Anwendungen reicht von einer einfachen Hexensalbe, über schamanisches Reisen bis hin zu Totenbeschwörungen und Nekromantie. So gesehen wundert es nicht, dass es auf der Liste von Aleister Crowley mit der Zuordnung zum Pluto und Neptun zu finden ist. Aber auch bei Paracelsus ist das Kraut zu finden für den Saturn und Jupiter. Ebenfalls lässt sich das Kraut mit der Melanchole in Verbindung bringen.

Melancholiker mit Element Erde
Visionen
Der Geister
Bringet mir Macht
Ahnenruf, durch Dunkelheit hallender
Weg
Das Bilsenkraut - Priska Hitz, 26.12.2016

Weiterführende Informationen

Pflanzenheilkunde und Arzneimittel (Herba)

Quellangaben

  1. Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzes_Bilsenkraut
  2. PharmaWiki: http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Bilsenkraut
  3. Christian Rätsch: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen.  AT-Verlag, Aarau 2016 13. Auflage,  ISBN 978-3-03800-352-6
  4. Arzneimittel-Kompendium Schweiz: https://compendium.ch/mpub/pnr/14391/html/de?Platform=Desktop
  5. PubMed: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27470371
  6. Manfred M. Junius: Pflanzenalchemie – ein praktisches Handbuch. AT-Verlag, Aarau 2016, ISBN 978-3-03800-893-4