Echter Beinwell ist eine sehr alte Heilpflanze. Der Name stammt von Gebeine (Bein) und zusammenwachsen (well). Der römische Militärarzt Glaukén (180 v. Chr.) verordnete den verwundeten Soldaten ein Pflaster aus Wurzelbrei und zusätzlich innerlich einen Beinwell-Kraftwein. Wenn man bedenkt, dass römische Soldaten weit besser gepflegt wurden, als das normale Volk, stellt sich für mich immer wieder die Frage: ist Beinwell innerlich genossen wirklich so leberschädigend wie uns die Wissenschaft sagen will?

In etlichen alten Schriften wird Beinwell zum Stillen offener Wunden erwähnt. Selbst bei chirurgischen Eingriffen kam er zur Nachbehandlung zum Einsatz. Heute ist es wegen der Hygienevorschriften nicht mehr erwünscht, die Pflanze direkt auf offene Wunden zu legen.

Der Beinwell wirkt beim Räuchern desinfizierend und reinigend auf Bakterien. Er wurde deshalb im Mittelalter bei Pest und Lepra in Krankenhäusern verbrannt.

Beinwell darf nicht in Metallgefässen auf bewahrt werden. Da die Wirkstoffe das Metall angreifen.

Beinwell: Collage der Pflanze

Therapeutische Informationen

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Der Beinwell gehört zur Gattung der Raublattgewächse (Boraginaceae). Verwendet wird die Wurzel (Symphyti radix) zur äusseren Anwendung. Eine Einnahme ist wegen der Pyrrolizidinalkaloide nicht empfohlen.

Die Wurzel (Symphyti radix)

Raublattgewächse (Boraginaceae)

Allantoin, Cholin, Gerbstoffe, Schleimstoffe, Saponine, Pyrrolizidinalkaloide, Aminosäure(Asparagin), Kieselsäure

Mögliche Inhaltsstoffe

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Es wurden folgende, relevante Inhaltsstoffe gefunden:

  • Allantoin, Cholin, Gerbstoffe, Schleimstoffe, Saponine, Pyrrolizidinalkaloide, Kieselsäure
  • Aminosäure(Asparagin)

Beinwell war lange in Mitteleuropa eine geschätzte Nahrungspflanze und wurde zu Kochgemüse verarbeitet. Allerdings gilt die Pflanze heute leberschädigend wegen der Pyrrolizidinalkaloide.

Anwendung und Wirkung

GalenikBeschreibung
AnwendungsformSalbe, Gel, Creme, Paste, Kataplasma, Umschläge, Waschung, Bäder, Mundspülung, Räuchern
WirkungEntzündungshemmend, schmerzlindernd, reizlindernd, wundheilungsfördernd, anitödematös, zusammenziehend, zellfördernd
IndikationPrellung, Zerrung, Verstauchung, Quetschung, Hämatom, Rheuma, Arthritis, Arthrose, allgemein Muskel– und Gelenkbeschwerden, Sehnenscheidenentzündung, Rückenschmerzen, Nachbehandlung bei Knochenbrüchen, Venenleiden, Thrombophlebitis, Narbenbehandlung, Schwellungen, Hautpilze, Zähne, Verbrennungen
Nebenwirkungllergische Hautreaktion, bei innerer Einnahme möglicherweise leberschädigend deshalb ist auf eine innere Einnahme zu verzichten.
KontraindikationOffene Wunden, Schwangerschaft, Stillzeit

Spezielles

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Der wässrige Extrakt vom Beinwell schützt die Haut vor UV-Strahlung (UVA, UVB, UVC)

Anwendungen aus der Volksheilkunde

  • Selbstbewusstsein, Transformation, Ängste, Phobien, seelische Unterstützung allgemein, führt unsere Schritte
  • Rheuma, Arthritis, Arthrose, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Knochenschmerzen, Multiple Sklerose, Verspannungen, Venenleiden, Gicht, Gürtelrose, Regeneration, Wundheilung
  • Desinfizieren und reinigen von Räumen insbesondere bei Epidemien da die Räucherung stark antibakteriell wirkt, reinigt Körper-Psyche-Geist, starke Pflanzendeva

Naturphilosophie und Humoralmedizin

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Die Zuordnung der Signaturen entspricht den Planeten Saturn und Jupiter und steht mit dem Erdelement in Verbindung.

Bereits bei Hildegard von Bingen und Paracelus bekannt unter der Bezeichnung: «Consolida» für fest machen. Sie nutzten dabei den in Wein gesottene Schleim.

Melancholiker mit Element Erde
Schwerter
Oder Axt
Meine Glieder durchtrennt
Well lässt zusammenwachsen mein
Bein
Der Beinwell - Priska Hitz, 20.07.2017
HumoralwerteAnwendungsgebiet
Qualitätkühlend 2°, wärmend 1-2°, trocknend 0°, befeuchtend/nährend 2°
Befeuchten / nähren und kühlenTrockener Husten, Lungenerkrankungen, zäher Schleim, rauher Hals, Asthma, Verstopfung, Sehnenentzündung, Knochenhautentzündung
Befeuchten / nähren und wärmenKnochenbrüche, Osteoporose, Osteomalazie, Muskelschmerzen, Bindegewebsschwäche, reduziert Kallusbildung, Bänderriss, Varizen, Krampfadern, Quetschungen, Verbrennungen, Verstauchungen, Schwellungen, Bluterguss, Schnittwunde, Schürfungen
Schärfen ausleitenLungenentzündung, Keuchhusten, Fieber, Halsschmerzen, Kehlkopfentzündung, Bronchitis, Tuberkulose, Eiterung, Geschwür, Abszess, Akne

Weiterführende Informationen

Pflanzenheilkunde und Arzneimittel (Herba)

Quellangaben

  1. Maja Dal Cero: Unsere Heilpflanzen. Ott der Sachbuchverlag, Bern 2009, ISBN 978-3-7225-0091-1
  2. Wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/Echter_Beinwell
  3. Ursel Bühring: Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde. Haug Verlag, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-8304-7749-5
  4. PharmaWiki: http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Wallwurz
  5. Steffen Guido Fleischhauer, Jürgen Guthmann, Roland Spiegelberger: Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen. AT Verlag, Aarau 2013, ISBN 978-3-03800-752-4
  6. Annemarie Herzog: Die Räucher-Apotheke für die Seele. Schirner Verlag, Darmstatt 2015, ISBN 978-3-8434-1203-2
  7. Annemarie Herzog: Die Räucher-Apotheke für den Körper. Schirner Verlag, Darmstatt 2014, ISBN 978-3-8434-1164-6
  8. PubMed: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28894626
  9. Johann Künzle: Das grosse Kräuterheilbuch. Originalausgabe von 1967, ISBN 978-3-491-96162-3
  10. Manfred M. Junius: Pflanzenalchemie – ein praktisches Handbuch. AT-Verlag, Aarau 2016, ISBN 978-3-03800-893-4 
  11. Angelika Prentner: Heilpflanzen der Traditionellen Europäischen Medizin – Wirkung und Anwendung nach häufigen Indikationen. Springer Verlag, 2017, ISBN 978-3-662-53724-4(eBook)
  12. Sarah Föhn: Praxisbuch Phytotherapie in der TEN – Indikationen und humoralmedizinische Wirkung. BACOPA Verlag, 2017, ISBN: 978-3903071292