Menschen mit Autismus sollen besser integriert werden

Endlich geht es auf Bundesebene vorwärts. Gemäss einer aktuellen Medienmitteilung vom 17.10.2018 sollen Menschen mit Autismus Integrationsförderung und Unterstützung erhalten. Die Massnahmen umfassen die Bereiche Frühintervention, Integration in Ausbildung und Beruf, selbstständiges Wohnen, Entlastung und Freizeit. Des Weiteren werden zusätzlich Therapeuten und Institutionen gefördert, welche sich dem Thema Autismusspektrum zu wenden.

Auszug aus dem Bericht des Bundesrats

Die Situation von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Autismus-SpektrumStörungen (kurz ASS) soll verbessert werden.
Um dieses Ziel zu erreichen, hat das EDI eine Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern von Kantonen, Bund und anderen betroffenen Akteuren (Elternvereinigungen, Fachgesellschaften) eingesetzt.

Empfehlungen aus dem Forschungsbericht:

  1. Für jeden Kanton sollte sichergestellt werden, dass mindestens eine zuständige «Fachstelle für Autismusdiagnostik» mit bedarfsdeckenden Kapazitäten zur Verfügung steht. Kooperationen mit anderen Kantonen zur Abdeckung dieses Bedarfs
    können sinnvoll sein.

    • Flankierende Empfehlung (Empfehlung 1a): Für die bereits im frühen Kindesalter besonders relevanten Fachpersonen, insbesondere aus den Bereichen Pädiatrie und heilpädagogische Früherziehung, sollten spezifische Lehrgänge zur Früherkennung der Autismus-Spektrum-Störungen (ScreeningVerfahren) angeboten werden.
  2. Für jeden Kanton sollte sichergestellt werden, dass mindestens ein «Autismuskompetenzzentrum» mit bedarfsdeckenden Kapazitäten zur Verfügung steht. Kooperationen mit anderen Kantonen zur Abdeckung dieses Bedarfs können sinnvoll sein.
  3. Für jedes im Vorschulalter mit einer Autismus-Spektrum-Störung diagnostizierte Kind und ausgeprägtem Förderbedarf sollten intensive evidenzbasierte Behandlungen bei frühkindlicher Intervention bereitgestellt werden.
    • Flankierende Empfehlung (Empfehlung 3a): Eine langfristige finanzielle Absicherung sowie der bedarfsdeckende Ausbau von Angeboten früher Intensivbehandlungen (gemäss des Pilotprojektes des IV-Rundschreibens Nr. 325)27 sollten gewährleistet sein.
    • Flankierende Empfehlung (Empfehlung 3b): Das Angebot der heilpädagogischen Früherziehung für Kinder mit einer Autismus-Spektrum-Störung sollte in seiner Intensität aufgestockt und einheitlicher gestaltet werden.
  4. Für die Altersphase nach der Frühbehandlung bis einschliesslich der Adoleszenz sollte ein koordiniertes System autismusspezifischer Interventionen entwickelt werden.
  5. Regionale und kantonale Schulkonzepte sollten einer kritischen Überprüfung hinsichtlich der Anwendung der formulierten Good-Practice-Kriterien unterzogen werden.
  6. Für den Prozess der Berufsvorbereitung, der beruflichen Abklärung und Ausbildung sollte ein bedarfsdeckender Ausbau autismusspezifischer Unterstützungsangebote erfolgen.
  7. Dem Stellenwert familienunterstützender und für die Autonomieentwicklung förderlicher Angebote sollte sowohl auf Ebene der Konzeptentwicklung als auch auf Ebene der praktischen Umsetzung eine höhere Priorität zukommen.
    • Flankierende Empfehlung (Empfehlung 7a): Für eine gelingende Gestaltung des Übergangs in ein selbstständiges Leben sollten für die Personengruppe der jungen Erwachsenen mit einem Asperger-Syndrom bzw. High-Functioning-Autismus bedarfsorientiert adäquate Wohn- und Assistenzmodelle entwickeltund realisiert werden.
  8. Die Ausbildung von Expertinnen und Experten für Autismus-Spektrum-Störungen sollte durch ein umfangreiches Angebot spezifischer Curricula sowie die Implementierung von autismusspezifischen Inhalten in relevante Berufsausbildungen (u. a. Pädiatrie, Psychologie, Heilpädagogik, Ergotherapie, Logopädie) gefördert werden.

Über Priska Hitz

Heilpraktikerin TEN, psychologische Beraterin & eidg. Organisatorin FA
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