Jetzt ist wieder Bärlauch-Zeit! Der intensive knoblauchartige Duft weht durch die lichten Wälder und lockt Kräutersammler und Hexen aus ihren Häusern. Gleichzeitig jedoch soll er böse Geister aus den Häusern vertreiben. Besonders wenn dieser in der Walpurgis-Nacht zu einer Suppe gekocht wurde.

Der Bärlauch ist eine alte Heilpflanze. Sie war bereits bei den Römern beliebt bei Magenbeschwerden. Aber auch Dioskurides und Hieronymus Bock waren von der Wirkung überzeugt. Mit der Zeit wurde die Pflanze jedoch fast nur noch in der Volksheilkunde angewendet. Die Wirkung ist vergleichbar mit der Zwiebel, jedoch etwas stärker. 1

Bärlauch (Allium ursinum) | Naturpraxis Hitz: Heilkunde | Biofeedback | Neurofeedback

Therapeutische Informationen

Der Bärlauch gehört zur Gattung der Lauchgewächse und ist der Familie der Amaryllisgewächse unterstellt. Er ist direkter Verwandter von Knoblauch, Zwiebel, Schnittlauch und Lauch. Man findet ihn in Schweizer Wäldern von April bis Juni.

Verwendet werden im Frühling hauptsächlich die Blätter (Herba Allii ursini) in der Kräuterküche. Aber man kann im Prinzip die ganze Pflanze verwenden.

Mögliche Inhaltsstoffe

Beim Reiben der Blätter riecht man bereits den bekannten knoblauchartigen Geruch der Senfölglykoside. Aber die Pflanze hat auch einen grossen Anteil an Mineralien und Vitamine. Was sie zu einem gesunden Wildgemüse macht. 2 3 4

  • Allicin, Alliin, Cysteinsulfoxine
  • Flavonoide, Schleimstoffe, Saponine, Prostaglandine, Lectine
  • Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Mangan
  • Vitamin C

Anwendung und Wirkung

GalenikBeschreibung
AnwendungsformHauptsächlich angewendet in der Küche für Dipp, Pesto, Salat, zum Würzen oder für eine Frühlingskur zum Entgiften und Entschlacken. Es gibt aber auch Tinkturen und Kapseln.
WirkungEntgiftend, Ausleitend, leicht blutdrucksenkend, verdauungsfördernd, immunmodulierend
IndikationSchwermetallbelastung, Appetitlosigkeit, Atemwegserkrankungen, Arteriosklerose, Kopfschmerzen, Durchblutungsstörung, Eisenmangel, Frühjahrsmüdigkeit, Bluthochdruck, Stoffwechselschwäche, Kräuterküche
NebenwirkungWird zu viel auf einmal gegessen, kann es zu einer Magenreizung kommen.

Achtung: Verwechslungsgefahr mit Giftpflanzen!

Regelmässig kommt es zu Vergiftungen, weil manche statt Bärlauch, die stark giftigen Pflanzen Maiglöckchen und Herbstzeitlose gegessen haben. 5

Natürliches Probiotika und mögliche Begleittherapie bei Magenkrebs

Gemäss einer Studie ist Bärlauch in der Lage das Mikrobiota positiv zu beeinflussen, Entzündungen im Magen-Darm-Trakt zu reduzieren und möglicherweise Antikrebs-Eigenschaften besitzt. Damit ist die Pflanze ein natürliches, gesundes Probiotika. 6

Weiter scheinen einige Tumorzellen anfällig zu sein gegen Bestandteile der gesamten Allium-Familie. 7

Was sagt Pfarrer Küenzle zum Bärlauch?

Der «Rämschelen», wie der Bärlauch früher genannt wurde, ist die stärkste und gewaltigste Medizin in des Herrgotts Apotheke. Ewig kränkelnde Leute, Leute mit Flechten und Eissen und Ausschlägen, sowie Skrofulöse und Bleichsüchtige sollten den Bärlauch verehren wie Gold.

Bärlauch frisch, in der Suppe oder zu Pulver zermahlen ist gut für eine Frühlings-Blutreinigungskur. 8

Naturphilosophie und Humoralmedizin

Der Bärlauch galt früher, als traditionelles Teufelsaustreibungsmittel. Ausserdem wurde bei den Kelten und Germanen die Pflanze vor einer Schlacht zur Stärkung gegessen. Damit lässt sich die Zuordnung der Signaturen sehr gut dem kriegerischen Planeten Mars zuordnen. Ebenfalls das Element Feuer (Humores: Chole). Auch die Schwefelverbindungen sind ein starke Hitzezeichen.

Choleriker mit Element Feuer
Knoblauchduft
Im Wald
Der Walburga geweiht
Vertreibet die dämonischen Geister
Allsbald
Bärlauch - Priska Hitz, 12.04.2021
HumoralwerteAnwendungsgebiet
Qualitätkühlend 0°, wärmend 4°, trocknend 3-4°, befeuchtend/nährend 1°
Befeuchten / nähren und wärmenPräventiv für die Gefässe, Arteriosklerose, Durchblutungsstörungen
Trocknen und wärmenBluthochdruck, Cholesterin, Asthma, Heuschnupfen, Durchfall
Schärfen ausleitenSchwermetallbelastung, Rheuma, Atemwegsbeschwerden, Abszess, Ohrschmerzen, Skrofulose

Weiterführende Informationen

Pflanzenheilkunde und Arzneimittel (Herba)

Quellangaben

  1. Dr. med. Gerhard Madaus: Lerhbuch der biologischen Heilmittel, Band I bis III, Georg Thieme Verlag, Leipzig, 1938
  2. Peter Germann: Männerzeiten – Naturheilkunde für den Mann in den besten Jahren, Freya Verlag GmbH, Linz 2019, ISBN 978-3-99025-369-4
  3. Maja Dal Cero: Unsere Heilpflanzen, Ott der Sachbuchverlag, Bern 2009, ISBN 978-3-7225-0091-1
  4. PharmaWiki: Bärlauch
  5. Toxinfo Schweiz: Maiglöckchen im Frühling
  6. PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33335521/
  7. PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31297043/
  8. Johann Künzle: Das grosse Kräuterheilbuch. Originalausgabe von 1967, ISBN 978-3-491-96162-3