Der Zimt (Cinnamomum verum)

Jeder kennt den herrlichen Duft frisch gebackener Zimtsterne in der Adventszeit. Zusammen mit Weihrauch, Myhrre, Gewürznelken und Sternanis wecken die stark wärmenden Gerüche innere Behaglichkeit und laden zum Kuscheln ein!

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Weissdorn (Crataegus ssp.)

Wer die Augen offen hält, der sieht gerade jetzt in der herbstlichen Zeit die kräftig roten Beeren des Weissdorns. Bestens vorbereitet für die Winterernte und zur Stärkung des Gemüts.

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Bärlauch (Allium ursinum)

Jetzt ist wieder Bärlauch-Zeit! Der intensive knoblauchartige Duft weht durch die lichten Wälder und lockt Kräutersammler und Hexen aus ihren Häusern. Gleichzeitig jedoch soll er böse Geister aus den Häusern vertreiben. Besonders wenn dieser in der Walpurgis-Nacht zu einer Suppe gekocht wurde.

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Gemeiner Beifuss (Artemisia vulgaris)

In etlichen alten Kräuterbüchern sind verschiedene Beifuss-Arten zu finden. Damit ist die Pflanzen-Zuordnung und deren Wirkung nicht ganz einfach. Insbesondere Dioskurides und Plinius erwähnten viele unterschiedliche Artemisia-Arten. Oft tauchen die Bezeichnungen «Artemisia cina» oder «Artemisia, Sementina ex Oriente» auf, welche auf den gemeinen Beifuss hindeuten. Die Namensgeberin des gemeinen Beifuss ist die griechische Jagd- und Waldgöttin Artemis. Viele Kräuterkundige nutzten den Beifuss früher regelmässig. Insbesondere in der Frauenheilkunde. Auch Hildegard von Bingen setzte ihn, als Gewürz in der täglichen Nahrungsaufnahme ein. Über die Jahre hinweg, geriet der Beifuss in Mitteleuropa etwas in Vergessenheit. Nicht so in der asiatischen Kultur. Dort ist er eine wichtige Heil- und Schamanenpflanze. Bekannt auch unter dem Begriff: Moxa. Bei uns wurde im Mittelalter der Beifuss rituell gegen Hexerei und Dämonen eingesetzt. Besonders beliebt war dabei der Gürtel gegen alles Unliebsame in den Gedärmen. Der gemeine Beifuss wird oft mit dem invasiven Neophyten Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) verwechselt. Ambrosia sollte entfernt werden. Der einheimische Beifuss dagegen darf bleiben. Therapeutische Informationen Der Beifuss gehört zur Familie der Korbblütler. Er kommt unter anderem Wild in Europa vor. Gemäss alter Literatur sollen die Samen (Aremisiae semen) die meiste Wirkung aufweisen. Heute wird jedoch nur noch das Kraut (Artemisiae herba) und die Wurzel (Artemisiae radix) verwendet. Mögliche Inhaltsstoffe Die Inhaltsstoffe variieren teilweise recht stark. Sie sind abhängig vom Standort. Gefunden wurden jedoch folgende Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl (Kampfer, Thujon, Santonin) Flavonoid e(Quercetin, Rutin) Cumarine (Esculetin) Bitterstoffe (Triterpene) Carotinoide Gerbstoffe Anwendung und Wirkung Galenik Beschreibung Anwendungsform Tinktur, Tee, Gewürz, Räucherung, Badezusatz, Wickel, Auflagen, Moxibustion Wirkung Antioxidativ, gallensaftanregend, verdauungsfördernd, durchblutungsfördernd, leberschützend, antibakteriell, immunmodulierend, antihelmintisch, emmenagog, zusammenziehend, ausgleichend auf Östrogen- und Gestagenhaushalt Indikation Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Durchfall, Verstopfung, Wurmkur Kontraindikation Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Durchfall, Verstopfung, Wurmkur Nebenwirkung Allergische Reaktion, eventuell leicht rot gefärbter Urin Wirkung gegen Viren und Bakterien Seit einiger Zeit wird vor allem am einjährige Beifuss (Artemisia annua) vermehrt geforscht. Insbesondere da der Wirkstoff Artemisinin starke antibakterielle Wirkung gegen den Malariaerreger aufweist. Allerdings wurde dieser Wirkstoff schon in alten Büchern für den gemeinen Beifuss erwähnt. Somit lässt sich vermuten, dass Artemisinin auch in anderen Beifuss-Arten zu finden ist. Ausserdem soll er antivirale und antibakterielle Wirkung haben gegen: Corona, SARS Hepatitis B und C Epstein-Barr-Virus, Boviner Durchfall-Virus Räuchern Beifuss ist eine beliebte und bekannte Ritualpflanze. Sie hilft reinigen und aktivieren. Ausserdem soll sie angeblich eine psychoaktive, berauschende Wirkung haben. Naturphilosophie und Humoralmedizin Beifuss ist eine alte Hexen- und Schamanenpflanze und besonders beliebt in der Frauenheilkunde. In neueren Zeiten auch gerne genutzt in der Männerheilkunde. Die Zuordnung der Signaturen entspricht den Planeten Uranus, Mond, Merkur, Venus und Mars und steht mit dem Element Feuer (Humores: Chole) in Verbindung. Humoralwerte Anwendungsgebiet Qualität kühlend 0-1°, wärmend 2-3°, trocknend 1-2°, befeuchtend/nährend 2° Befeuchten / nähren und wärmen Appetitlosigkeit, Blähungen, Verdauungsschwäche, Gelbsucht, Medikamentenunverträglichkeit, Gallensteine, Leberbeschwerden, Chronisches Müdigkeits-Syndrom (CFS), Magenkrämpfe, Menstruationsprobleme, Reizbarkeit, Depression, Kopfschmerzen, Gicht, Unruhe Trocknen und wärmen Ausfluss, chronischer Pilzinfektion, Fibromyalgie Schärfen ausleiten und kühlen Gebärmutterentzündung, Blasenentzündung, Candida albicans und andere Pilze Parasiten eliminieren Helminthen, Spulwürmer, Madenwürmer Weiterführende Informationen ☘ Pflanzenheilkunde und Arzneimittel (Herba) Diesen Artikel teilen:

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Passionsblume (Passiflora incarnata)

Die meisten kennen eher die süss-sauren Maracuja und süssen Grenadille. Die Passionsblume dagegen ist bei uns weniger bekannt. Dabei wirken gerade für mich ihre Blüten sehr männlich und herausfordernd. Keck, blickt sie mich an und spricht: «Schau mich an! Ich bin die Alphapflanze. Mein Blütenkleid überstrahlt sie alle». Die Blüte zieht den Blick ins Innere zum Stempel. Damit zeigt ihre Signatur bereits an, dass sie dem Menschen hilft wieder in die Mitte zu finden. Sie vermittelt Kraft und Stärke insbesondere auf das Herzzentrum. Auch hilft sie tröstend bei aufgewühlten Emotionen, Angst und Stress. Ursprünglich stammt die Pflanze von den Indianern des brasilianischen Urwalds. Durch die Seefahrer im 17. Jahrhundert wurde sie in die Klostermedizin kultiviert. Seit dem gehört sie zu den Pflanzen der Christi Passionszeit. Therapeutische Informationen Die Passionsblume hat eine eigene Familie der Passionsblumengewächse. Therapeutisch verwendet wird das Kraut (Passiflorae herba). In der Ernährung jedoch kennt man auch die Passionsfrucht. Mögliche Inhaltsstoffe Anwendung und Wirkung Galenik Beschreibung Anwendungsform Tinktur, Tee, Räucherung, Weingeist, Dragées, Tabletten, Kapseln, Ernährung Wirkung Beruhigend, angstlösend, krampflösend, schmerzlindernd, harmonisierend, besänftigend Indikation Spannungszustände, Einschlafschwierigkeiten, Angst, innere Unruhe, Reizbarkeit, Nervosität, Autismus, ADHS, Depression, Wechseljahrbeschwerden, Wetterfühligkeit, Stress, Belastungsstörungen, Restless-Legs Kontraindikation Bei Allergie auf die Pflanze Nebenwirkung Bei Überempfindlichkeit auf die Pflanze Allergische Reaktion möglich Naturphilosophie und Humoralmedizin Ihre Signatur hat etwas von einer Alphapflanze. Deshalb kann sie besonders bei stressgeplagten Managern hilfreich sein. Weiter wirkt sie auf die verletzte Seele und das Herz. Sie fördert die Ruhe und Einsicht und unterstützt Altes und Schmerzendes los zulassen. Ausserdem zählt sie zu den Bibelpflanzen und hat einen Bezug zur Christi Passion. Auch Hildegard von Bingen verwendete die Passionsblume. Die Passionsblume ist den Planeten Mond, Merkur und Sonne zugeordnet und steht mit dem Element Feuer (Humores: Chole) in Verbindung. Humoralwerte Anwendungsgebiet Qualität kühlend 2°, wärmend 1-2°, trocknend 0-1°, befeuchtend/nährend 2-3°  Befeuchten / nähren und kühlen Einschlafstörungen, Schlaflosigkeit, Unruhe, Nervosität, Anspannung, Angst, Depression, Überreizung, Wutausbrüche, Epilepsie, Zittern, Herzrasen, Kopfschmerzen, Bluthochdruck Befeuchten / nähren und wärmen Nervenschwäche, Parkinson, Asthma, Krampfanfälle Schärfen ausleiten Keuchhusten, Gürtelrose, begleitend beim Drogenentzug Weiterführende Informationen ☘ Pflanzenheilkunde und Arzneimittel (Herba) Diesen Artikel teilen:

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Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus)

Schon seit langem bekannt ist in Russland die Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus oder auch Acanthopanax senticosus) für ihre ausgleichende und leistungssteigernde Wirkung. Betrachtet man die zugeordneten Gestirne Uranus und Neptun entspricht die Taigawurzel dem aktuellen Zeitgeist. Unsere Umwelt ist von Schwermetallen belastet. Überall herrschen verschiedene Süchte und die Zunahme nervlich bedingter Erkrankungen ist frappant. Chaos und Dunkelheit zerrt an unseren Kräften. Da ist es kein Wundern, dass Pflanzen wie die Taigawurzel immer mehr an Beliebtheit gewinnt. Sie hilft uns dabei den Übergang ins neue Zeitalter zu meistern. Die adaptogene Wirkung ist  ähnlich dem des echten Ginseng. Jedoch ist die Taigawurzel wesentlich günstiger zu bekommen. Bei uns aus der Volksheilkunde ist noch das Eisenkraut zu nennen, was ebenfalls adaptogen wirkt und damit einen ähnlichen Stellenwert hat. Therapeutische Informationen Die Taigawurzel gehört zu den Araliengewäche (Araliaceae) . Verwendet wird dabei hauptsächlich die Wurzel (Eleutherococci Radix) Mögliche Inhaltsstoffe Anwendung und Wirkung Galenik Beschreibung Anwendungsform Tinktur, Tee, Räucherung, Inhalation, Weingeist, Dragées, Tabletten Kapseln, Pulver Wirkung Tonisierend, stimulierend, Immunsystem anregend, antiviral, Blutzucker senkend, adaptogen, krampflösend, aphrodisierend, schmerzlindernd, stresstoleranzerhöhend, zellschützend, MAO-hemmend, leistungssteigernd, konzentrationsfördernd Indikation Müdigkeit, Leistungsschwäche, Konzentrationsmangel, Aufmerksamkeitsstörungen, Wechseljahre, Sport, Stress, Depression, ADHS, Autismus, Ängste, Anti-Aging, Strahlenschäden Nebenwirkung Schlafstörungen, Nervosität, schneller Puls, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Magen-Darm-Beschwerden Kontraindikation Eine Einnahme ist nicht empfohlen bei Überempfindlichkeit und bei Bluthochdruck. Aus humoralmedizinischer Sicht: Bei Phlegma-Mangel und übermässig cholerischem Zustand. Spezielles Gemäss aktueller Forschung soll die Taigawurzel wirksam sein gegen Viren und Bakterien der Gruppen: Ausserdem wird die Wurzel zum Räuchern verwendet: Schutz vor Krankheiten und Reinigung von Räumen Naturphilosophie und Humoralmedizin Die Zuordnung der Signaturen entspricht den Planeten Uranus, Neptun und Mars und steht mit dem Element Erde (Humores: Melanchole) in Verbindung. Humoralwerte Anwendungsgebiet Qualität kühlend 0° wärmend 4°; trocknend 1° befeuchtend/nährend 3-4° Befeuchten / nähren und wärmen Wechseljahre, chronische Krankheiten, Nachbehandlung bei Operationen, Schwäche, Vitalitätsmangel, chronisches Müdigkeitssyndrom (CFS), Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Leukozytopenie, Abwehrschwäche, Autoimmunerkrankungen, Umstellungsschwierigkeiten, Stress, Depression, Harnschwäche, Osteoporose, Appetitlosigkeit, Unterzuckerung, Durchblutungsstörungen, Arthritis Trocknen und wärmen Schwellung, Ödeme, Rheuma Weiterführende Informationen ☘ Pflanzenheilkunde und Arzneimittel (Herba) Diesen Artikel teilen:

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Rose oder Hagebutte (Rosa canina)

Heilend sind grundsätzlich alle Rosen – sofern diese nicht mit Pestiziden behandelt wurden. Allerdings ist offiziell nur die Heckenrose (Rosa canina) zu Heilzwecken anerkannt. Alle anderen Rosen dienen eher dem Seelenheil oder werden volksheilkundlich verwendet. Die Nutzung und Kultur von Rosen ist bereits im alten Ägypten bekannt und galt als heiliges Symbol der Göttin Isis. Im Rahmen des Isiskultes entstanden bis hoch in den Norden (zum Beispiel Wettingen oder sogar London) Isis-Tempel mit den Schwesternschaft der Rose, welche als weibliches Gegenstück der Tempelritter galt. Mit Beginn des Christentums wandelte die Kirche viele heidnische Rituale in katholische Traditionen. Die der Göttin Isis geweihte weisse Rose wurde damit zur heiligen Blume der Jungfrau Maria Magdala. Die weisse Rose ist das geheiligte Symbol der Reinen—der Katharer— und des Wiederstands gegen die Kirche. Viele Geheimbünde und Mysterienschulen nutzten das Symbol und verwenden es auch heute noch für Rituale und Symbolik. Selbst im Militär und den vielen in der Schweiz vorhandenen Familienwappen ist die Rose zu finden. Betrachtet man die vielen mystischen, religiösen, kulturellen und militärischen Gebiete in welchem die Rose symbolischen Charakter hat, macht die Planetenzuordnung von Venus und Mars durchaus Sinn. Auch in der Kunst gibt es wohl kaum ein Künstler der sich nicht von der Rose hat verführen lassen. Sehr oft findet man in alten Gemälden versteckt eine Rose, welche vermutlich auf die gnostische Thematik hinweisen soll. Nicht zu vergessen all die bekannten Lyriken und Märchen. Das Symbol der Rose mit dem Kreuz (Rosenkreuz) steht für die erblühte Seele, wenn alle vier Elemente (Feuer, Erde, Luft und Wasser) in Einklang sind. Es ist die Quintessenz und der Weg dahin ist die Liebe! Es ist die seelische Läuterung und alchemistische Reinigung auf geistiger Ebene oder auch «chymische Hochzeit» genannt. Therapeutische Informationen Rosen haben mit dem Rosengewächs (Rosaceae) ihre eigene Familie. Mögliche Inhaltsstoffe Die Inhaltsstoffe variieren je nach dem welchen Teil der Rose (Frucht oder Blüten) verwendet. Anwendung und Wirkung Galenik Beschreibung Anwendungsform Tee, Tinktur, Nahrung, Parfüm, Massageöl, Räucherung, Salben, Tabakersatz, Sirup, Umschläge, Bäder, Marmelade, Rosenwasser Wirkung Zusammenziehend, entzündungshemmend, antioxidativ, zellmembranstabilisierend, mild abführend, harntreibend, leber– und milzunterstützend (Blüten), antinozizeptiv Indikation Erkältung, Vitamin-C-Mangel, Arthrose, Begleitend bei Entzündungen Nebenwirkung Keine bekannt Spezielles Die Rose ist mir vielen Wirkungsweisen assoziiert und auch zum Räuchern eingesetzt. Viele der Wirkungen stehen in Bezug zur Psyche. Allerdings sind diese Wirkungsbereiche eher etwas aus der Volksmedizin: Allerdings findet man auch bei Pubmed weitere Indikationen. So soll die Rose zum Beispiel auch bei Arthritis, Arthrose und allgemein rheumatischen Beschwerden hilfreich sein. Hier gilt: Ausprobieren. Naturphilosophie und Humoralmedizin Die Zuordnung der Signaturen entspricht den Planeten Pluto und Venus, Mars, Jupiter und steht mit der Quinta Essenzia (das 5. Element, was alle 4 anderen Elemente verbindet) in Verbindung. Aus der traditionell-europäischen Geschichte Rose und die weisse Lilie gehören seit dem Altertum zusammen. Sie waren gemeinsam die Symbole für Würde, Macht und Hoffnung (Lilie) des Volkes dem Einen gegenüber und Reinheit, Unschuld, Sauberkeit und religiöse Weihe (Rose) . Deshalb findet man heute beide Symbole auf vielen Wappen wieder. Ob die Symbolik jedoch eines Monarchen oder des Papstes würdig und Rechtens ist, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.  In neuern Zeiten fand C. S. Sonini unter den Ruinen von Tentyris in Oberägypten an einem gut erhaltenen Tempel der Isis, eine Lilie als Hieroglyphe vor. Er sagt hierüber: «Man hätte nicht erwarten sollen, an einem Denkmale aus dem höchsten Alterthume und in dem innersten Theile von Aegypten eine Art von Scepter zu finden, worauf eben das Zeichen ist, das die Könige von Frankreich zu ihrem Wappen angenommen hatten. Die Lilienblüthe ist, so wie sie das Sinnbild der französischen Monarchie war, deutlich auf der ägyptischen Figur ausgedrückt. Unter der zahllosen Menge von Hieroglyphen, die ich in Aegypten beobachtet, habe ich diesen Stengel mit einer Lilienblüthe nur ein einzigesmal und zwar zu Dendera angetroffen. Ob er gleich her vorspringend und sehr deutlich ist, so hat ihn doch noch kein Reisender bemerkt. Die Wirklichkeit seines Daseins zu Dendera ist nicht zu läugnen, da ich ihn sehr genau und zwar mehrmals betrachtet habe.»[…] Auch in Deutschland findet man Spuren von der Symbolik der Lilie in Bezug auf Herrscherwürde und Macht. Thor, der Gott des Donners, ward von den alten Sachsen mit einer Krone von zwölf Sternen auf dem Haupte, in der Rechten den Blitz und in der Linken einen Scepter haltend, der sich oben in eine Lilie endigt, dargestellt. […] Dass in der religiösen Poesie und Malerei, vorzüglich des Mittelalters, auch vielfach die Rose als Symbol vorkommt, hat zum Theil darin seinen Grund, dass verschiedene in der Bibel erwähnte Blumen und Pflanzen nach dem Vorgange der alten lateinischen Version, der sogenannten Vulgata, durch Rosen übersetzt, und diese besonders beim hohen Liebe Salomon’s auf Christus und sein Verhältnis zur christlichen Kirche angewendet wurden. Die Jungfrau Maria namentlich wird häufig mit der Lilie verglichen, oder damit gleichmütig und zusammengestellt; […] So ist auch das Wunder der Empfängnis Maria’s noch in neuen Zeiten folgendermassen erklärt worden: «Der heilige Geist belebte die Frucht im Mutterschooss, als mit einer ganz neuen Schöpfung, die feinen Sterblichen seit Adam war zu Theil geworden; und die Mutter gab nur den unschuldigen Stoff zu dem beiligen Leibe. In diesem ganzen Menschen senkte sich das ewige Wort, und ward also selber Mensch durch dessen Geburt ins äussere Leben. Wie wenn ein Stern sich in eine aussprossende Lilie senken könnte, um in ihr mit feinem verborgenen Lichte zu wohnen, himmlisch aus ihr zu duften, und sie hernach zu verklären: so wurde der ewige Morgenstern eine Pflanze der Zeit, um die Zeit mit sich in die Ewigkeit zu verwandeln» […] Wir haben bisher die Rose als Symbol und Gegenstand des Frohsinns, so wie auch der Ausartung ihres Gebrauchs in allen Arten des Lurus, vorzüglich in Bezug auf Gastereien, betrachtet. Es steht hiermit auch die Rose als Symbol der Verschwiegenheit in Verbindung, da sie als solche bei frohen Gastereien und Trinkgelagen eine Stelle einnahm. Selbst das, durch die Roſe bezeichnete Ähat seine Sprache, wie schon Tasso singt. Eigentlich war das Sinnbild des Schweigens aus dem Pflanzenreiche die Persea, deren Blätter mit der menschlichen Zunge viel…

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